Die Berlinale– Digitalisierung im Rampenlicht

Von: Mark Webb - 27/02/2012

Mark Webb, Business Development Manager verantwortet seit 2011 den Bereich Media und den Ausbau der Colt Mehrwertdienste für Fernsehanstalten, Verlage und Medienorganisationen.

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Buchstäblich mehrere tausend Filmstudiobesitzer, Filmkritiker und -produzenten waren in Berlin, um am jährlichen Berliner Filmfestival , kurz Berlinale, teilzunehmen. Nun, da die Abschlussparty vorüber ist, erklärt Mark Webb, Business Development Manager für den Bereich Medien bei Colt, warum sich im Jahr 2012 alles um das Thema Digitalisierung dreht.

Die meisten Teilnehmer an der Berlinale richteten ihr Augenmerk fest auf das beeindruckende Aufgebot an Filmneuheiten, die im Rahmen des Events vorgestellt wurden. Die 62. Berlinale bot hochkarätigen Hollywood-Glamour mit der dreifachen Oscar Gewinnerin Meryl Streep als „Die Eiserne Lady“ und Angelina Jolie mit ihrem Regie-Debut „Land of Milk and Honey“, aber hinter den Kulissen ging etwas ganz anderes vor sich.

Nach den Roundtable-Gesprächen mit unseren Kunden am Dienstag hatte ich das Glück, vom Berlinale-Team eine Einladung für die Premiere von Side by Side zu erhalten, einem von Keanu Reeves produzierten Film unter der Regie von Chris Kenneally, für den Tribeca Film auf der Berlinale die nordamerikanischen Ausstrahlungsrechte erworben hat. Es ist ein Dokumentarfilm, der vom Übergang von der analogen zur digitalen Filmproduktion handelt. Er zeigt Interviews mit Größen wie Martin Scorsese, James Cameron und Christopher Nolan. Wir verbrachten den Großteil der Woche in Berlin und diskutierten über den inzwischen signifikant gewordenen Übergang zu digitalem Content sowohl in der Rundfunk- als auch in der Filmbranche.  Es ist interessant, dass die berühmten Filmemacher diese technische Revolution nicht nur anerkennen, sondern sie in einem Film zum Thema machen. Dieser wird rund um den Globus in Kinos und Filmschulen gleichermaßen zu sehen sein
In diesem Jahr wurde die 62. Berlinale gefeiert, das größte öffentliche Festival der Welt. Rund 300.000 öffentliche Tickets wurden verkauft und in etwa 400 Filme in 50 Kinosälen gezeigt.  Die vielen Menschen, Materialien und Veranstaltungen allein stellen eine beträchtliche logistische Herausforderung dar. Hinzu kommt, dass die Festival-Highlights weltweit vom Rundfunkpartner ZDF live übertragen wurden. Wenngleich das Festival ein Branchenfest ist, das die Möglichkeit bietet, Filmpremieren zu sehen, kann man sich dort auch wichtige Vertriebsrechte sichern.  Das Festival hat für die 20.000 teilnehmenden Handels- und Geschäftsexperten einen sehr realen kommerziellen Zweck.

Seit den Anfängen der Show hat sich zweifellos viel geändert. Die die Teams, mit denen ich auf der Berlinale gesprochen habe, waren sich darin einig – und auch Barco und Dolby stimmten dem zu – dass der Schritt hin zum digitalen Kino einer Revolution in der Filmbranche und auf Filmfestivals wie der Berlinale gleichkommt.  Vor zehn Jahren wurden Filme noch vom Band, von DVDs und 35-mm-Filmrollen auf die Leinwand gebracht, und man verließ sich auf manuelle Eingriffe und einen Kastenwagen zur Beförderung des Contents von einem Vorführort zum nächsten. Dieses Jahr waren rund 50 % davon auf Dolby-Servern gespeicherter digitaler Content, der über das Netzwerk von Colt übertragen und in 20 Veranstaltungsorten in ganz Berlin über Barco-Projektoren ausgestrahlt wurde.

Der Umstieg von der manuellen Beförderung durch ein Mitglied des Teams auf die digitale Übertragung über das Glasfasernetz von Colt beseitigt die Verlust- oder Beschädigungsgefahr, die mit einem Band oder einer Filmrolle verbunden ist. Allerdings werden dadurch eindeutig nicht alle Probleme im Zusammenhang mit der Durchführung eines hochkarätigen Live-Events gelöst. Die Konnektivität der Veranstaltungsorte untereinander sowie zwischen Server und Projektor muss reibungslos funktionieren. Der Inhalt muss schnell über ein einziges, spezielles und sicheres Digitalnetz übertragen werden. Der vorübergehende Verlust eines Untertitel-Streams oder einer Surround-Audio-Spur während einer der Ausstrahlungen ist inakzeptabel, wenn viele Jahre darauf verwendet wurden, nach Sponsoren zu suchen und einen Film zu produzieren. Eine geringe Latenzzeit und kein Jitter tragen zum überaus wichtigen Kundenerlebnis bei.

Dies ist nun schon das dritte Jahr, in dem Colt für die Berlinale tätig und sie bei ihrer Durchführung technisch unterstützt. Wie zu erwarten ist, verfügt das Berlinale-Team über ein hoch qualifiziertes Technikerteam vor Ort, um ein großartiges Kundenerlebnis zu gewährleisten. Wir sind stolz darauf, dass unsere Techniker zusammen mit dem Berlinale-Team daran arbeiten, in Unterstützung der Berlinale die Filme für die Öffentlichkeit bereitzustellen. Über die richtige Infrastruktur und die geeignete technischen Unterstützung zu verfügen, mag nicht dasselbe Interesse wecken wie der rote Teppich. Allerdings ist es faszinierend zu sehen, dass es die Welt der Inhalte, über die normalerweise in Hinterzimmern gesprochen wird, dieses Jahr auf die große Leinwand geschafft hat. Was unsere Ansicht bekräftigt, dass die Film- wie auch die Rundfunkbranche tatsächlich auch dahin gehend eine Revolution erleben, wie Inhalt konsumiert wird.


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