Server an, Vorhang auf


Foto: Andreas Teich / Berlinale

Die Digitalisierung der Berlinale begann mit bunten Vorhängen und einem schwarzweißen Film. Die bunten Vorhänge verhüllten 2010 das Brandenburger Tor. Sie öffneten sich am 12. Februar um 20:00 Uhr. Auf der Leinwand hinter den Vorhängen stampften Kolben, dampften Maschinen und verkrampften Arbeiter. Die Zuschauer sahen die ersten Szenen aus Metropolis, einem Schwarz-Weiß-Stummfilm, dem monumentalen Vorläufer moderner Science-Fiction-Filme. Metropolis wurde erstmals 1927 gezeigt, 2010 sahen die Zuschauer in Berlin die Weltpremiere der restaurierten Fassung. Filmwissenschaftler fanden zwei Jahre zuvor in Buenos Aires ein 16-Millimeter-Negativ und konnten den Film ein weiteres Mal restaurieren. Mit dem neuen Material war er dreißig Minuten länger als in der alten Fassung von 2001, die ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurde. Der Film wurde nicht nur vor dem Brandenburger Tor gezeigt, sondern auch im Friedrichstadt-Palast; einem von acht Berlinale-Kinos, die 2010 erstmals über ein eigenes Glasfasernetzwerk mit dem Berlinale Film Office verbunden waren. Mit Hilfe der Videoübertragungsstrecke konnte der Film an zwei Orten gleichzeitig gezeigt werden. Es war der Anfang vom Ende der analogen Berlinale – auch dank der Partnerschaft des Filmfestivals mit Colt Technology Services.

Seit 2009 ist Colt offizieller Digital Cinema Partner der Berlinale, seit 2010 verlegte Colt unter Bürgersteigen und Straßen Glasfaserkabel. Anfangs vor allem rund um den Potsdamer Platz, später in ganz Berlin. Die Kabel verbanden die Kinos mit den Rechnern im Berlinale Film Office, einem Büro am Potsdamer Platz. Dort stapelten sich mehrere Server, auf denen die digitalen Filmdaten gespeichert waren. Kuriere lieferten die Filme auf Festplatten ins Film Office. IT-Experten prüften die Filme und spielten sie auf die Server. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Festplatten zugunsten der klassischen 35mm Filmrollen von Kurieren angeliefert. „2013 liefen unsere Rechner auf Hochtouren. Die eingebauten Ventilatoren pusteten ununterbrochen warme Luft ins Büro. Obwohl es Winter war, mussten wir die Fenster öffnen, damit die Kühlung funktionierte und die Temperaturen erträglich waren“, erinnert sich Ove Sander. Sander arbeitet seit 2005 als „Technischer Leiter Digitales Kino“ bei der Berlinale. Er hat die Digitalisierung des Festivals begleitet und vorangetrieben. Er erinnert sich: „Früher kutschierten mehr als fünfzig Fahrer 35-Millimeter-Filmrollen quer durch die Stadt. Die Fahrer lenkten Transporter und waren immer zu zweit unterwegs, denn die Filmrollen waren schwer.“

Seit 2014 reisen nur noch Daten durch Berlin. Möglich machte das der damalige Umzug ins Rechenzentrum von Colt, dem neuen digitalen Herz der Berlinale. Das Rechenzentrum besitzt eine professionelle Kühlung, Notstromaggregate und hohe Sicherheitsvorkehrungen. Seit 2015 besitzt die Berlinale außerdem eine direkte Leitung zum Internetknoten DE-CIX in Frankfurt. Studios und Postproduktionen können nun über einen Upload-Link Filme direkt auf die Berlinale-Server übertragen; ein Film reist so von Hollywood nach Berlin in dreißig Minuten. Der letzte große Schritt der Digitalisierung erfolgte 2018. Seit diesem Jahr können Sander und seine Mitarbeiter das Berlinale-Netzwerk selbst mit wenigen Mausklicks verwalten. Möglich machen das Software Defined Networking (SDN) und ein On Demand Portal. Mit der Technik kann die Berlinale selbst einfach und flexibel auf Lastspitzen reagieren und die Bandbreite in Echtzeit an ihren Bedarf anpassen. Im Herbst steigt der Bandbreitenbedarf zum Beispiel rapide an, wenn die ersten Beiträge in Berlin eintreffen und die Sichtungen beginnen. Während der Festivaltage im Februar wird die Bandbreite dann je nach Verbindung auf 1 Gbit/s beziehungsweise bis zu 10 Gbit/s erhöht. Zwischen den Festivals, über den Rest des Jahres, fällt das Netzwerk quasi in einen Winterschlaf, denn der Bandbreitenbedarf ist dann geringer. „Mit SDN ist die Digitalisierung der Berlinale vor allem in der Infrastruktur zunächst abgeschlossen“, sagt Sander. „Zumindest, bis sich eine neue Technik am Markt durchsetzt, zum Beispiel,Virtual Reality‘-Kinos oder brillenlose 3D-Kinos.“ Wer weiß, vielleicht gibt es – wenn es soweit ist – erneut eine Sonderaufführung am Brandenburger Tor. Die Berlinale ist darauf dann mit Sicherheit vorbereitet.

Übrigens: Mehr über die Partnerschaft zwischen Colt und der Berlinale erfahren Sie in unserem interaktiven Zeitstrahl.

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