Die Zukunft globaler Konnektivität: Kommunikationsnetze mit LEO-Satelliten und Unterseekabeln
Autorin: Ruth Welter, Vice President Global Strategic Alliances
Eine neue Ära globaler Verbindungen entsteht derzeit durch die Kombination von LEO-Satelliten – also Satelliten im niedrigen Erdorbit (Low Earth Orbit) – und Unterseekabeln. Unterseekabel wickeln derzeit etwa 99 Prozent des internationalen Datenverkehrs ab. Gleichzeitig entwickeln sich LEO-Satelliten rasch zu einer zuverlässigen und wichtigen Ergänzung. Dieses Hybridmodell verändert die globalen Datenströme und sorgt für stabile und weitreichendere Kommunikationsnetze.
Die Auswirkungen der Zunahme von LEO-Satelliten
Nach Prognosen von Goldman Sachs Research werden in den kommenden fünf Jahren voraussichtlich über 70.000 moderne LEO-Satelliten gestartet. Mehrere Schlüsselfaktoren treiben die rasche globale Expansion der Satellitenverbindungen voran. Innovationen bei wiederverwendbaren Raketen haben die Kosten für Satellitenstarts deutlich gesenkt. Dadurch wurde die wirtschaftliche Machbarkeit von LEO-Einsätzen erheblich gesteigert. Die beispiellose Ausweitung des Satelliteneinsatzes verspricht eine außergewöhnliche Redundanz und Ausfallsicherheit. Dies verbessert die Zuverlässigkeit globaler Netzwerkinfrastruktur. In Zeiten zunehmender Interkonnektivität ist der ununterbrochene Zugang zu digitalen Diensten entscheidend für die Business Continuity von Unternehmen. Eine solche Ausfallsicherheit ist nicht nur vorteilhaft, sondern unverzichtbar.
LEO-Satelliten übertragen Daten deutlich schneller, verringern die Latenz und erhöhen die Sicherheit. Diese Eigenschaften machen sie zu einer überzeugenden Wahl für Organisationen und Unternehmen, die konstante, leistungsstarke und zuverlässige Verbindungen benötigen.
Unterseekabel – Das Rückgrat des digitalen Zeitalters
Unterseekabel sind bereits das unbestrittene Rückgrat des globalen Datenverkehrs. Zugleich wird diese grundlegende Infrastruktur immer weiter ausgebaut, der Markt dafür wächst deutlich: Prognosen schätzen den weltweiten Markt für Unterseekabelsysteme im Jahr 2025 auf etwa 22,96 Milliarden US-Dollar. Bis 2034 wächst er voraussichtlich auf rund 54,81 Milliarden US-Dollar, mit einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 10,15 Prozent. Große Technologieunternehmen investieren kräftig: Metas „Project Waterworth“ ist ein milliardenschweres Vorhaben, das sich über mehr als 50.000 Kilometer erstreckt und fünf Kontinente miteinander verbindet. Gleichzeitig hat Google eine Milliarde US-Dollar für neue Unterseekabelnetze bereitgestellt, um die Verbindungen zwischen den USA und Japan zu verbessern. Ein deutliches Zeichen für den anhaltenden Bedarf an leistungsstarken und widerstandsfähigen globalen Datenautobahnen.
Die Rolle von Colt in der hybriden Netzwerkarchitektur
Die Zukunft der globalen Konnektivität entsteht an der Schnittstelle zwischen Unterseeinfrastruktur und satellitengestützten Technologien. Die beiden bislang weitgehend getrennten Bereiche wachsen zunehmend zusammen – und Colt ist an diesem entscheidenden Schnittpunkt hervorragend positioniert.
Colt ist Vorreiter in der Entwicklung hybrider Netzwerkarchitekturen, die weltraumgestützte Konstellationen mit leistungsstarken Unterseerouten nahtlos integrieren. Diese strategische Konvergenz gewährleistet eine hohe globale Reichweite und Ausfallsicherheit. Die Position von Colt bei diesem Hybridansatz zeigt sich in seiner zuverlässigen Infrastruktur, die fünf transatlantische Glasfaserstrecken umfasst: Grace Hopper, Dunant, Yellow, Atlantic Crossing 1 South und Apollo South. Bahnbrechende Leistungen wie die erste 1,2-TB/s-Übertragung über das Grace-Hopper-Kabel unterstreichen Colts führende Rolle bei der Verschiebung der Grenzen von Datenübertragungsgeschwindigkeit und -kapazität. Zudem hat Colt sein Portfolio kürzlich durch die Einführung von Managed LEO+ erweitert. Dieser innovative Managed Service integriert LEO-Satelliten sowie 4G/5G-Mobilfunkkonnektivität und bietet Unternehmen zuverlässige Netzwerklösungen der nächsten Generation. Managed LEO+ ist bereits in 65 Ländern verfügbar mit deutlich besseren Verbindungen.
Die Sicherheit von morgen: Quantenresistente Netze auf der Basis von LEO-Satelliten
Mit der fortschreitenden Entwicklung der digitalen Konnektivität wachsen auch die Anforderungen an deren Schutz und die Systeme zur Sicherung werden kontinuierlich weiterentwickelt. Colt Technology Services, Honeywell und Nokia arbeiten bei der Erforschung quantensicherer Netzwerke durch Satellitenkommunikation zusammen. Ziel dieser Initiative ist, eine widerstandsfähige und sichere Kommunikationsinfrastruktur zu schaffen, die nationale Souveränität und künftige Anpassungsfähigkeit gewährleistet. Durch die Nutzung von Quantum Key Distribution (QKD) kann das erreicht werden. QKD ist eine zentrale Technologie für den sicheren kryptografischen Schlüsselaustausch. Die Reichweite ist derzeit aber noch begrenzt. Mithilfe von LEO-Satelliten lässt sich QKD weltweit einsetzen, auch über transatlantische Verbindungen. Gleichzeitig erforschen Unternehmen sowohl weltraumgestützte als auch unterseeische Methoden zum Aufbau zuverlässiger, quantenresistenter Infrastrukturen. Diese Entwicklung ist besonders wichtig für Sektoren, die mit hochsensiblen Daten arbeiten. Dazu zählen unter anderem das Finanzwesen, das Gesundheitswesen, die Pharmaindustrie und die öffentliche Verwaltung.