Beste Ausführung leicht gemacht?


Das Konzept der „bestmöglichen Ausführung“ ist nicht neu. Es wurde ursprünglich in der Finanzmarktrichtlinie MiFID I (Markets in Financial Instruments Directive) eingeführt und galt nur für den Aktienmarkt.

In der neuen Fassung deckt das Konzept sämtliche Anlagekategorien ab und wurde dahingehend präzisiert, dass das beabsichtigte Ergebnis tatsächlich erzielt wird. Es ist abzusehen, dass dieser Aspekt der MiFID II nicht ganz einfach umzusetzen sein wird. Vielen Marktteilnehmern graut vor der gigantischen Aufgabe, Verbindungen zu einer Vielzahl von Handelsplätzen herstellen und gleichzeitig die Qualität der Ausführung sicherstellen und nachweisen zu müssen. Das Fehlen einer zentralen Referenz wie etwa Consolidated Tape verschärft das Problem zusätzlich.
Komplexität auflösen

Die zur Herstellung der Regelkonformität erforderlichen Schritte lassen sich leicht darstellen:
1. Die Teilnehmer benötigen eine genaue, aktuelle Sicht auf den Markt.
2. Als nächstes werden für eine effektive Handelsaktivität Analytikfunktionen benötigt, beispielsweise intelligente Order-Router, Algorithmen und Daten.
3. Dann ist der Zugriff auf eine Infrastruktur erforderlich, die eine schnelle, effektive Teilnahme an den gewünschten Märkten ermöglicht.
4. Schließlich muss es noch möglich sein, einen korrekten Transaktionsabschluss nachzuweisen.
Das klingt relativ einfach; die Praxis sieht jedoch anders aus.

Wie verschafft man sich zu jedem Zeitpunkt einen zuverlässigen und vor allen Dingen vollständigen Überblick über den Markt? Wie kann ein einzelner Marktteilnehmer zu einer ausreichenden Zahl von Marktplätzen Verbindung aufnehmen, um den Zugang zu den jeweils günstigsten Ausführungsbedingungen zu gewährleisten? Wie lässt sich der Nachweis erbringen, dass die durchgeführte Transaktion unter Berücksichtigung von Provisionen, Preisen und Timing die für den Kunden weltweit günstigste war? Und was kostet es und wie lange dauert es, alle diese Puzzleteile zusammen zu bringen?

Das Wichtigste zuerst

Die Gewährleistung eines vollständigen, zuverlässigen Marktbildes und der Zugriff auf eine ausreichende Anzahl von Handelsplätzen sind die vordringlichsten Infrastrukturprobleme.

Bisher ist nicht klar, wie viele Handelsplatz-Verbindungen ein Marktteilnehmer benötigt, um davon ausgehen zu können, die besten Marktpreise sehen zu können. Diese Zahl variiert natürlich zwischen den unterschiedlichen Anlagekategorien. Kosten und Zeitaufwand können erheblich sein. Sobald die notwendigen Verbindungen vorhanden sind, ist eine ausreichende Zahl von Marktdaten-Feeds zu abonnieren, um ein umfassendes Marktbild zu erhalten. Wie zutreffend dieses Bild ist, hängt ganz von der Latenz dieser Marktdaten-Feeds ab.

Sind die Verbindungen, die benötigten Daten-Feeds und die Analytikfunktionen erst einmal vorhanden, geht es um die optimale Ausführung. Hier sehen die Herausforderungen völlig anders aus. Um den Nachweis der bestmöglichen Ausführung erbringen zu können, müssen historische Daten analysiert werden, die zeigen, dass eine bestimmte Transaktion nicht zu günstigeren Bedingungen für den Kunden durchgeführt hätte werden können. Auf den ersten Blick könnte es scheinen, dass dieser Nachweis leicht zu erbringen sein sollte – korrekte Einrichtung und zuverlässiges, vollständiges Marktbild vorausgesetzt. Bei MiFID II gelten strenge Strafen für die Nichteinhaltung. Der einzige Weg zu einem eindeutigen Nachweis würde einen Benchmark wie Consolidated Tape erfordern. Da es diesen in Europa bisher nicht gibt, wird die korrekte Einrichtung des Systems umso wichtiger.

Bedenkt man, dass dies für alle von der Richtlinie abgedeckte Anlageklassen zu gewährleisten ist, wird das enorme Ausmaß der Veränderungen deutlich.

Ausnutzung des Netzwerkeffekts

Sie müssen das Rad nicht unbedingt neu erfinden. Finanz-Extranets sind weit verbreitet und haben die grundlegenden Eigenschaften, die für eine effiziente Sicherstellung der Konformität der „besten Ausführung“ erforderlich sind, indem sie die rechtzeitige Verfügbarkeit der relevanten Ziele ermöglichen. Extranets verfügen über Verbindungen zu mehreren Handelsplätzen und ermöglichen den Zugriff auf Marktdaten und die für die jeweiligen Handelsaktivitäten erforderlichen Analytik- und Algorithmen-Provider. Aufgrund des Ökosystem-Potenzials von Extranets ist es relativ einfach, einen vollständigen Marktüberblick zu erhalten, und je nach Latenz ist auch ein zuverlässiges Bild des Marktgeschehens möglich.
Es gibt sogar das Potenzial für die Realisierung von Transaktionsreporting-Funktionen durch die Integration von Approved Publication Arrangements (APA) in das Ökosystem.

Damit verlieren dann die Anforderungen an die beste Ausführung ihren Schrecken und können sogar zum Wettbewerbsvorteil mutieren. Die Firma, die ihren Kunden die beste Ausführung häufiger garantieren kann als ihre Wettbewerber, wird ihren Marktanteil signifikant ausbauen können. Die Konformität mit den neuen Vorschriften ist zwar eine Herausforderung, es gibt aber bereits Lösungen die ihre Bewältigung erheblich erleichtern.

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