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Japan, Lettland und Ungarn haben Deutschland überholt. In allen Ländern ist der prozentuale Anteil von Glasfaseranschlüssen bei stationären Breitbandanschlüssen deutlich höher als in der Bundesrepublik. In Deutschland basierten laut einer OECD-Studie im Juni 2016 nur 1,6 Prozent der Breitbandanschlüsse auf Glasfasern. In Ungarn waren es 17,3, in Lettland 61,5 und in Japan sogar 74,1 Prozent.

Die Zahlen zeigen: Deutschland droht nicht den Anschluss an die Gigabit-Gesellschaft zu verlieren, sondern hat ihn im Vergleich mit anderen Ländern schon verloren. Das muss sich ändern. Unser Land braucht von Kiel bis München und von Aachen bis Dresden schnellere und intelligentere Netze. Das wissen Unternehmen, die sich in der digitalen Transformation befinden, schon länger. Inzwischen ist diese Erkenntnis auch bei den Politikern angekommen. Der Bundesminister für digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt (CSU), hat zusammen mit den in der „Netzallianz Digitales Deutschland“ zusammengeschlossenen Telekommunikationsfirmen und Verbänden Anfang März die neue „Zukunftsoffensive Gigabit-Deutschland“ beschlossen. Damit soll der Ausbau gigabitfähiger Netze in Deutschland bis zum Jahr 2025 vorangetrieben werden.

Smartphones und Tablets sind schon heute in der Bundesrepublik allgegenwärtig. Sie sind Vorboten der vernetzten Zukunft. Schon bald werden auch Stromzähler, Autos und Fabriken mit dem Internet verbunden sein. 2015 waren in Deutschland laut der Studie „Netzinfrastrukturen für die Gigabitgesellschaft“ von Fraunhofer Fokus 170 Millionen Maschinen-zu-Maschinen-Module (M2M Modules) im Einsatz. Sie ermöglichen das Internet der Dinge. Bis zum Jahr 2020 wird ihre Zahl auf 433 Millionen ansteigen. Schon jetzt stellt die Digitalisierung Unternehmen vor gewaltige Herausforderungen. Wer nicht zurückfallen oder vom Markt verdrängt werden will, muss rechtzeitig aktiv werden. Zwei Beispiele verdeutlichen das: Volkswagen hat Anfang März Sedric vorgestellt. Die Abkürzung steht für self-driving car und ist gleichzeitig der Name für den größten Veränderungsprozess der Konzerngeschichte. In Zukunft will Volkswagen beim Thema vollautomatisiertes Fahren Gas geben und voranfahren. Das Startup Next Kraftwerke vernetzt kleine Öko-Stromerzeuger und treibt so die Energiewende voran. Eine M2M-Box sammelt Daten und bündelt die Einzelanlagen. Dadurch lassen sich diese zentral wie ein einziges Kraftwerk steuern.

All das führt zu einer steigenden Nachfrage nach Bandbreite. Im Jahr 2015 betrug der laut Datenverkehr pro Kopf in Deutschland laut Fraunhofer Fokus 19 Gigabit pro Monat. Bis 2020 wird diese Zahl auf 43 Gigabit pro Monat ansteigen, bis 2025 laut Berechnungen von Experten sogar auf 99 Gigabit pro Monat. Besonders beansprucht werden die Netze dabei zu Stoßzeiten. Im Jahr 2015 wurden zu Stoßzeiten 19 Terabit pro Sekunde (Tbit/s) übertragen, 2020 werden es 81 Tbit/s und 2025 voraussichtlich 340 Tbit/s sein. Solche enormen Datenmengen können nur moderne Glasfasernetze bewältigen. Veraltete Kupferkabel sind nicht für die Gigabit-Zukunft gerüstet.

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten, der VATM, macht sich deshalb für den Glasfaserausbau in Deutschland stark. „So setzen die alternativen Netzbetreiber auf echte Glasfaseranschlüsse bis zum Haus beziehungsweise der Wohnung (FTTB/FTTH) und HFC-Koaxkabel sowie natürlich auf moderne 5G-Mobilfunktechnologie, die ebenfalls Glasfaseranschlüsse an den Basisstationen benötigt. Schon heute werden mehr als 90 Prozent der genutzten gigabitfähigen FTTB/FTTH- und HFC-Koaxkabel-Anschlüsse von den Wettbewerbern gebaut“, informiert der VATM in einer Pressemitteilung. Colt ist Mitglied in dem Verband.

Ein flächendeckender Ausbau der Netzzugänge mit höheren Bandbreiten ist nur ein Bestandteil des Infrastrukturaufbaus. Deutschland braucht nicht nur mehr, sondern auch intelligentere Netze. Sie bilden die Basis für die flexible Realisierung neuer Gigabitanwendungen, Wertschöpfungen und Innovationen in Deutschland. Mit Software-Defined Networking (SDN) und On-Demand können Unternehmen benötigte Bandbreiten in Minutenschnelle anfordern und nutzen. Damit das gelingt, hat Colt in den vergangenen Jahren deutlich in das Colt IQ Network investiert. Und Colt wird weiter investieren – damit Deutschland wieder den Anschluss an die Gigabit-Gesellschaft findet. Davon profitieren wir alle. Wenn die Anzahl der Glasfaseranschlüsse um 1 Prozent steigt, erhöht sich laut IW Consult das BIP um 0,02 bis 0,04 Prozent – für Deutschland bedeutet das einen BIP-Zuwachs zwischen 600 Millionen und 1,2 Milliarden Euro.

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Colt Technology Services

15 March 2017

 

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